Medizinische Details zur Entfernung von Tätowierungen

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Die Entfernung einer Tätowierung ist durch einen speziellen Laser (Light Amplification by Stimulated Emission of Radiation – zu Deutsch: Lichtverstärkung durch stimulierte Aussendung von Strahlen) mit einer abgestimmten Wellenlänge eine recht einfache und präzise Angelegenheit, die es ermöglicht, die Farbpigmente in der Haut zu zerstören.

Technisch betrachtet sind die meisten Haut- oder Fachärzte mit den besten Lasergeräten ausgestattet. Dennoch liegt die Schwierigkeit der Entfernung des Tattoos in der Vielfalt der Farben, die vormals in die Haut eingelassen wurden. Tätowierungen, die recht farbenfroh, großflächig und nicht linienförmig sind, bedürfen einer längeren Laserbehandlung, als Tätowierungen, die bereits zehn oder zwanzig Jahre die Haut zieren. Bei helleren Farben wie beispielsweise hellgrün, gelb oder rot kann in der Regel mit fünf bis zehn Laserbehandlungen gerechnet werden, da diese Farbpartikel nur schwer zu zerstören sind.

Erfolgreiche Entfernungen von Tätowierungen sind nur dann gegeben, wenn mit hochwertigen und gütegeschalteten Lasergeräten gearbeitet wird. Günstige Gerätschaften entsprechen nicht dem Sinn und Zweck der Tattooentfernungen, sondern sind eigentlich zum Herausschneiden und Wegbrennen von Warzen entwickelt worden und können eine Tätowierung nicht komplett entfernen.

Durch die Lichtabsorbierung wird mit einem gebündelten Lichtstrahl in einer speziellen Wellenlänge die Tätowierung quasi ausradiert. In kompetenten Arztpraxen werden lediglich hochwertige Lasergeräte verwendet, welche ein Wellenlängenspektrum zwischen 700 und 800 Nanometern erreichen. Durch diese hochenergetisch gebündelte Lichtstrahlung werden die in der Haut hinterlegten Hautpartikel in einem kurzen Zeitraum in kleinste Fragmente zerlegt, die letzten Endes vom Körper über den Organismus abgebaut werden. Einfacher erklärt: Da es sich bei den Tätowierungen um aneinander gereihte Farbpigmente handelt, die in der Haut verankert sind, kann man sich das physikalische Prinzip des Lasers für Tattooentfernungen optimal zu Nutze machen. Die energiereichen Laser treffen auf die Pigmente, welche in spezifischen Wellenlängen bestimmt sind. Durch den Laserstrahl werden eben diese Pigmente nachhaltig zerstört und durch das Immunsystem abtransportiert.

Durch die bestimmte Wellenlänge des Spots wird natürlich verhindert, dass es zu Schäden der jeweiligen Hautschichten kommt. Hier werden also nur die Farbpigmente angesprochen und gesundes Gewebe belassen.

Anders beim CO² – Laser: dieser verbrennt nachhaltig das Gewebe, um die Pigmente zu zerstören – dies hinterlässt keine schönen Ergebnisse und kann zu Vernarbungen führen. Für Entfernungen von Tätowierungen sind die Rubin – sowie Nd-Yag-Laser die beste Wahl. Der Rubin-Laser hat sich für Entfernungen von blau-schwarzen Pigmenten sehr gut bewährt. Mit dem Nd-Yag-Laser kann man hingegen bunte Tätowierungen hervorragend entfernen. In Kombination beider Lasergeräte ist es recht problemlos das Tattoo ohne Narbenbildung und kosmetisch einwandfrei zu beseitigen. Hierfür arbeitet der Rubin-Laser auf einer Basis von 694 Nanometern, der Nd-Yag-Laser zwischen 532 – 1064 Nanometern.

Schicht für Schicht wird von den gewählten Lasern jede einzelne Farbe verarbeitet, so dass nach und nach das Tattoo verblasst. Zwischen den jeweiligen Sitzungen sind Pausierungen von ungefähr acht Wochen nötig, damit die Wunde heilen kann und die Haut die Möglichkeit hat, sich zu erneuern.

Die Anzahl der nötigen Laserbehandlungen hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab: wie tief wurde das Tattoo vormals gestochen? Welche Farben wurden verwendet? Wurde das Tattoo von einem Laien oder einem Profi angefertigt?

Nach groben Schätzungen ist eine Laientätowierung nach ungefähr vier bis acht Sitzungen und ein Profitattoo nach acht bis zwölf Behandlungen entfernt.

Prinzipiell können alle Arten von Tätowierungen entfernt und auch jeder Hauttyp behandelt werden. Bei dunkelhäutigen Menschen besteht allerdings bei den Laserbehandlungen ein Pigmentverlust, der vom Körper jedoch nach Ablauf von einem halben Jahr wieder regeneriert wird.

Empfindet der Patient nach der Entfernung der Tätowierung den Wunsch sich ein neues Tattoo stechen zu lassen, so ist auch dies durchaus möglich. Zwischen der letzten Laserbehandlung und dem neuen Tattoo sollten hingegen mindestens sechs Monate liegen.

Ein Cover-Up ist ebenso möglich: für Patienten, die nur einen Teil ihrer Tätowierung hergeben möchten, um später etwas neues draufzutätowieren, sind ungefähr drei bis vier Laserbehandlungen möglich. Hierfür wird ein Teil der Farbe des alten Tattoos entfernt, so dass der Tätowierer mit den entsprechenden Konturen oder Farben weiterarbeiten kann.

Von | 2019-09-07T15:05:42+00:00 07.09.2019|News, Tattooentfernung, Tattooentfernung Methoden|0 Kommentare
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