Die Risiken der Tattooentfernung

Ist ein Tattoo mit der Zeit nicht mehr schön anzusehen oder entspricht es einfach nicht mehr dem individuellen Geschmack, kann durch eine Tattooentfernung Abhilfe geschafft werden. Durch ultrakurz gepulste Laserstrahlung ist die Entfernung von Tätowierungen heutzutage gut möglich und liefert sogar ausgezeichnete Resultate. Damit das Ergebnis schlussendlich jedoch auch wirklich zufrieden stellend ist, sollten Sie Ihr Tattoo unbedingt von einem Fachmann oder spezialisierten Arzt entfernen lassen, die durch gütegeschaltete Lasergeräte eine Tattooentfernung bestmöglich vollziehen können.

Das Entfernen eines Tattoos ist allerdings wesentlich schwieriger, als das Stechen eines Tattoos. Zwar gilt die Tattoo-Entfernung in der Regel als schmerzarm und kann ohne Betäubung vonstatten gehen, dennoch müssen für verschiedene Farben verschiedene Lasertypen erwählt werden. Weiterhin ist das Tattoo mit einer einzigen Lasersitzung nicht vollkommen verschwunden, sondern bedarf, je nach Größe und Form, einer Vielzahl von Behandlungen, die durch mehrwöchige Pausierungen durchaus einige Monate in Anspruch nehmen kann. Durch die Energie des Laserlichtes wird der auf der Haut liegende Farbpartikel erhitzt und anschließend zerstört, was zu einem Zerfall des Partikelchens führt. Durch den körpereigenen Organismus wird das zerstörte Element dann abtransportiert und verarbeitet.

Natürlich kann bei diesem Vorgang nicht gewährleistet werden, dass es nicht zu Nebenwirkungen oder Komplikationen kommt. Wie bei jedem Eingriff, sei er nun äußerlich oder innerlich, zeigt der Körper manchmal auf den Eingriff Reaktionen an. Und obwohl die Laserbehandlungen als recht komplikationsarm gelten, ist es dennoch möglich, dass schon während der Laserbehandlung unvorhergesehene Ereignisse auftreten. Zu diesen Vorkommnissen zählen:

  • Leichte Blutungen, die unter der Haut gelegentlich auftreten und im Fachjargon als „Purpura“ bezeichnet werden. Diese winzigen „Blutergüsse“ bilden sich punktartig oder streifenförmig ab und verschwinden in der Regel nach 7-10 Tagen wieder von selbst.
  • Rötungen oder Schwellungen, die schon während der Laserbestrahlung auftreten und erst nach einer Woche oder vierzehn Tagen wieder verschwinden. In seltenen Fällen können allerdings eben diese Rötungen für sechs Wochen bestehen bleiben.
  • Bei sehr empfindsamen Patienten kann im Verlauf der Behandlung der Kreislauf versagen oder auch Übelkeit auftreten – in diesen Fällen ist die Sitzung natürlich sofort abzubrechen.
  • Je nach Farbentfernung und Lasertyp ist eine Bläschen-, Blasen- oder Krustenbildung durchaus möglich. Diese Symptome verschwinden allerdings nach ein oder zwei Wochen wieder.
  • In wenigen Fällen besteht ebenso eine allergische Reaktion auf eventuelle Medikamente oder Betäubungsstoffe, die vor der Laserbehandlung verabreicht werden. Eventuelle Sensibilität gegenüber Desinfektionsmittel oder Schutzhandschuhe, die aus Latex bestehen, welche mitunter Schwindel, Erbrechen, Juckreiz, Niesen, Hautausschlag oder Übelkeit hervorrufen sind zwar äußerst selten, kommen aber immer mal wieder vor.

Natürlich muss es nicht zwangsläufig nur während der Laserbehandlung zur Entfernung des Tattoos zu Risiken oder Komplikationen kommen. Auch nach den Sitzungen ist es nicht unmöglich, dass der Körper im Nachhinein auf die Behandlung reagiert.

  • Da es dem Fachmann oder Facharzt vor der Laserbehandlung fast unmöglich ist abzuwägen, aus welchen Farbstoffen das vormals gestochene Tattoo besteht, kann es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen zu einem „Farbumschlag“ der behandelten Hautpigmente kommen. Hierbei verwandelt sich die Tattoofarbe durch die Laserbestrahlung in eine andere Farbe, die mit dem Laser kaum zu entfernen ist. Durch das IPL-Verfahren oder eine Hochfrequenztherapie kann allerdings der unerwünschte Effekt beseitigt werden.
  • Nach der Laserbehandlung ist es nicht selten, dass es zu Farbveränderungen der Haut kommt. Diese Hypopigmentierungen halten in der Regel bis zu sechs Monaten und verschwinden durch die Regeneration der Haut wieder von selbst, es sei denn, dass durch Sonnenbäder oder Solarienbesuche diese Pigmentverschiebungen eingeprägt sind und eine Rückbildung nicht mehr möglich ist.
  • Nicht schön, aber dennoch möglich ist das Auftreten von Akne oder Herpes nach der Bestrahlung. Bei sehr empfindlichen Hauttypen bilden sich manchmal sogar leichte Krusten, die aber besser nicht abgekratzt werden sollten, da sich hier sonst unschöne Vernarbungen bilden können.
  • Bei spezieller Veranlagung ist es weiterhin denkbar, dass sich wulstige oder schmerzhafte sowie juckende Narben bilden, die hingegen durch rechtzeitige Behandlung neutralisierbar sind.
  • Wurde das Tattoo von einem Laien gestochen, so gehen viele Ärzte oder das Fachpersonal davon aus, dass AZO-Farbstoffe zum Stechen verwendet wurden. Diese Farbstoffe sind weitestgehend verboten, da diese ein krebserzeugendes Potential bergen. Noch heikler wird es, wenn durch die Tattoo-Entfernung mittels der Lasertechnik die Armine gespalten werden, so dass diese sich über die Blutbahn im gesamten Körper ausbreiten.

Um diese Probleme schon vorher zu erkennen, wird in vielen Fällen eine Probebehandlung am Randbereich des Tattoos vorgenommen, um zu ermitteln, ob ein Farbumschlag, eine Pigmentverschiebung oder sonstige Nebenwirkungen oder Komplikationen auftreten.

In den Tagen nach der Laserbehandlung empfehlen Spezialisten und Ärzte die behandelte Hautpartie mit besonderen, antibakteriellen Lösungen zu pflegen. Hier wird oft Octenisept, welches in seiner Beschaffenheit und im Geruch neutral ist, und auch Melolinkompressen ans Herz gelegt.

Von | 2018-10-02T08:45:11+00:00 10.11.2017|News, Tattooentfernung|0 Kommentare
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